Am 11. September 2026 durfte ich einen ganz besonderen Gedenktag im FriedWald Wildenburger Land musikalisch begleiten. Ein Tag, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird – wegen der besonderen Atmosphäre mitten in der Natur, wegen vieler berührender Begegnungen und vor allem wegen des Gefühls, an diesem Tag gemeinsam zu erinnern.
Gemeinsam trauern, gemeinsam erinnern
Ein Gedenktag wie dieser schafft einen Raum für Menschen, die einen geliebten Menschen verloren haben. Einen Raum, um innezuhalten, sich zu erinnern und vielleicht auch zu spüren: Ich bin mit meiner Trauer nicht allein.
Viele Zugehörige waren an diesem Tag in den FriedWald gekommen. Erwachsene und Kinder waren dabei – und sogar einige vierbeinige Begleiter. Vor oder nach der Gedenkfeier bestand die Möglichkeit, die Ruhestätte des geliebten Menschen aufzusuchen und dort noch einmal ganz persönlich innezuhalten.
Gerade der FriedWald bietet dafür eine besondere Umgebung. Die Ruhe des Waldes, die Bäume, das Licht und die Geräusche der Natur schaffen eine Atmosphäre, die sich nur schwer in Worte fassen lässt. Mitten in dieser natürlichen Umgebung gemeinsam mit anderen Menschen zu erinnern, kann tröstlich sein und auf dem eigenen Weg durch die Trauer ein kleines Stück begleiten.
Worte und Musik mitten im Wald
Für die Gedenkfeier waren am Andachtsplatz Bänke aufgestellt worden. Die musikalische Eröffnung und später auch der Abschluss wurden von den Bläsern der Jagdhornbläsergruppe Freudenberg gestaltet.
Die Rede hielt Jörg P. Brück als freier Trauerredner. Dazwischen durfte ich die Feier mit insgesamt vier Liedern musikalisch begleiten.
Und eines dieser Lieder bekam ganz spontan eine besondere Geschichte.
Jörg und ich hatten erst am Tag zuvor miteinander telefoniert, um den Ablauf der Gedenkfeier abzustimmen: Wann wird gesprochen? An welcher Stelle passt welches Lied? Im Laufe unseres Gesprächs erwähnte Jörg eher beiläufig, dass er selbst Musiker ist.
Da kam mir spontan eine Idee:
Warum singen wir nicht einfach ein Lied gemeinsam?
Gesagt, getan.
Kurz vor Beginn der Gedenkfeier probierten wir bei der Generalprobe „Knockin’ on Heaven’s Door“ aus. Wir teilten die Strophen untereinander auf, sangen zweistimmig – und nach zweimaligem Durchsingen stand unser gemeinsamer Song.
Manchmal braucht es eben gar keine wochenlangen Proben. Manchmal passt es einfach.
Und so eröffneten Jörg und ich meinen musikalischen Teil der Gedenkfeier gemeinsam mit „Knockin’ on Heaven’s Door“.
Für mich war das ein ganz besonderer Moment. Auch bei den Menschen, die vor uns saßen, war zu spüren, dass die Musik etwas ausgelöst hatte. Im Nachhinein erzählten mir einige Zugehörige, wie sehr sie der Gesang berührt und bewegt hatte.
Solche Rückmeldungen bedeuten mir viel. Denn genau darin liegt für mich die besondere Kraft von Musik in der Trauer: Sie kann manchmal etwas ausdrücken, wofür uns selbst die Worte fehlen.


Wenn Musik, Worte und Natur zusammenkommen
Während der gesamten Gedenkfeier entstand für mich ein sehr stimmiges Zusammenspiel aus gesprochenen Worten, Live-Musik und der besonderen Ruhe des Waldes.
Trauer ist etwas sehr Persönliches. Jeder Mensch erlebt sie anders und findet seinen eigenen Umgang damit. Und dennoch kann es guttun, für einen Moment mit anderen zusammenzukommen, die ebenfalls jemanden vermissen.
Gemeinsam dazustehen.
Gemeinsam zuzuhören.
Gemeinsam zu erinnern.
Vielleicht auch gemeinsam zu weinen.
Und gleichzeitig zu erleben, dass Erinnerung verbindet.
Genau dafür können solche Gedenktage einen wertvollen Raum schaffen.
Zeit für Begegnungen und Gespräche
Nach der eigentlichen Gedenkfeier war der Tag noch nicht zu Ende. In einem eigens aufgebauten kleinen Zelt gab es einen Umtrunk und die Möglichkeit, noch ein wenig beisammenzubleiben.
Die Bläser sorgten auch dort noch einmal für musikalische Begleitung. Es entstanden Gespräche und Begegnungen, und aus der stillen Gedenkfeier entwickelte sich ein schönes, ungezwungenes Beisammensein.
Auch das gehört für mich zum Erinnern dazu: Nicht nur gemeinsam still zu sein, sondern miteinander ins Gespräch zu kommen, Erinnerungen zu teilen und einander zu begegnen.
Dankbar, ein Teil dieses Tages gewesen zu sein
Wenn ich an diesen Gedenktag zurückdenke, bleibt bei mir vor allem Dankbarkeit.
Ich habe mich sehr gefreut, dass ich diesen besonderen Tag musikalisch begleiten durfte. Dass meine Stimme und die ausgewählten Lieder Menschen berühren und vielleicht für einen Moment trösten konnten, ist für mich etwas sehr Wertvolles.
Denn Musik nimmt die Trauer nicht weg.
Aber sie kann sie für einen Augenblick mittragen.
Und manchmal entsteht dabei – mitten im Wald, zwischen Worten, Musik und Erinnerungen – dieses besondere Gefühl:
Wir vermissen unterschiedliche Menschen. Aber mit unserem Vermissen sind wir nicht allein.