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Viele Angehörige wünschen sich zwar eine kirchliche Trauerzeremonie für einen geliebten verstorbenen Menschen, doch manchen fehlt dabei der persönliche Bezug zu diesem Menschen, da das Leben in einer solchen Zeremonie oftmals zu kurz kommt und stattdessen vielmehr christliche Riten im Vordergrund stehen. Aber schließt eine kirchliche Abschiedszeremonie eine freie Zeremonie wirklich aus?

Die gute Nachricht

Nein, eine kirchliche Zeremonie schließt eine freie Zeremonie nicht automatisch aus. 

Hierfür habe ich ein schönes Beispiel aus meiner täglichen Arbeit als freie Trauerrednerin und Trauersängerin:

Vor einiger Zeit rief mich ein ehemaliger Angehöriger an, dessen Sohn ich letztes Jahr als freie Trauerrednerin und Trauersängerin auf dem letzten Weg begleitet habe.

Bei diesem Telefonat, ging es aber nun nicht um seinen Sohn, sondern um ihn selbst. Denn er war schwer krank und wusste, dass er nicht mehr lange zu leben hatte.

Aus diesem Grund bat er mich, bei seiner eigenen Trauerzeremonie über sein Leben zu erzählen und auch zu singen. Das Besondere daran: Er war gläubig und ging regelmäßig in die Kirche, so dass er sich gleichzeitig die Zeremonie in der Kirche wünschte mit einem Pfarrer und christlichen Riten.

Ich sprach zunächst mit seiner Tochter darüber und dann habe ich den zuständigen evangelischen Pfarrer angerufen und ihm alles erklärt.

Der Pfarrer war demgegenüber total offen und hatte absolut kein Problem damit, dass ich als freie Rednerin und Sängerin in seine christliche Zeremonie eingebettet werde. 

Wir haben abgestimmt, wie lang meine Rede ungefähr sein darf, er hat den Ablauf mit den Angehörigen besprochen und mir diesen dann mitgeteilt. 

Das Ergebnis:

Wir haben gemeinsam einen wunderschönen Abschied gestaltet, der dem christlichen Brauch gerecht wurde und dennoch sehr persönlich und individuell war. Ich durfte neben der Rede auch einen Song mit Live-Gesang in der Kirche sowie einen Song am Grab vortragen.

Die Angehörigen waren mehr als glücklich, dass wir dem Verstorbenen seinen letzten Wunsch erfüllen konnte und sie waren von der Kombination auch sehr begeistert.

Manchmal lohnt es sich, neue Wege zu gehen

Es muss also nicht immer alles schwarz oder weiß sein, sondern es kann auch etwas dazwischen sein.

Wichtig ist hierbei immer, dass man diese Vorhaben mit allen Beteiligten gut abstimmt und dass man auch den nötigen Respekt, vor allem der Kirche gegenüber, entgegenbringt.

Hier ist es auch hilfreich, wenn ich selbst mit dem zuständigen Pfarrer bzw. der zuständigen Pfarrerin spreche, da ich Dinge gezielter nachfragen kann und das eine erste persönliche Basis für eine Zusammenarbeit ist.

Daraus können einfach so wundervolle Dinge entstehen, die man vielleicht vorher nicht für möglich gehalten hat.

Ist eine freie Trauerrednerin in jeder Kirche möglich?

Das lässt sich leider nicht pauschal beantworten, da sich die Möglichkeiten je nach Kirche, Gemeinde und Pfarrer/in bzw. Pastor/in unterscheiden.

Deshalb ist es hier wichtig, so früh wie möglich zu klären, was vor Ort möglich ist.

Es geht nicht darum, Regeln zu brechen

Mir ist es an dieser Stelle auch ganz wichtig zu sagen, dass es nicht darum geht, bestehende Traditionen oder den kirchlichen Rahmen über Bord zu werfen.

Und es geht auch nicht darum zu sagen:

„So, wie man es bisher gemacht hat, ist es falsch.“

Es geht vielmehr darum, den Wünschen des/der Verstorbenen und auch der Angehörigen gerecht zu werden und einen würdevollen Abschied zu gestalten.

Vielleicht gibt es mehr Möglichkeiten als du denkst

Genau aus diesem Grund habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Um zu zeigen, dass es oftmals mehrere Möglichkeiten gibt, einen würdevollen und schönen Abschied zu gestalten. Möglichkeiten, an die man vorher eben noch gar nicht gedacht hat.

Vielleicht denkst du:

„Das macht man in der Kirche nicht.“

„Das dürfen wir wahrscheinlich gar nicht.“

„Dann müssen wir uns eben für eine Variante ganz klar entscheiden.“

Mein Tipp für dich ist: Frag einfach nach. 

Manchmal wird dein Wunsch vielleicht nicht umsetzbar sein. Manchmal aber eben doch. 

Und wenn du dir eine Kombination aus einem christlichen und weltlichen Abschied wünschst, schauen wir einfach gemeinsam, was möglich ist.

Ein Abschied muss nicht in eine Schublade passen. 

Er kann auch mehrere Dinge vereinen.

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